Glossar

 

G:

Grundbedürfnis (nach Grawe):

Klaus Grawe (1943-2005) ging davon aus, dass jeder Mensch bestimmte (psychische) Grundbedürfnisse hat, nach denen er strebt. Die Auspärgung kann etwas variieren, aber prinzipiell sind alle bei jeder Person vorhanden. Diese sind die Bedürfnisse nach: Bindung und Zugehörigkeit, Orientierung und Kontrolle, Lustgewinnung und Unlustvermeidung, Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz. Um diese Grundbedüfnisse zu befriedigen, können ganz unterschiedliche Verhaltensweisen entstehen.


I:

Imagination/imaginativ:

Eine Imagination (lateinisch imago „Bild“) ist in der Psychologie eine Vorstellung. In Imaginationsübungen können in der Psychotherapie mittels innerer Bilder Entspannung (z. B. Meditation, Fantasiereisen), Selbstwirksamkeit (z. B. in der Traumabehandlung) oder das Erkennen von möglichen Zusammenhängen (z. B. in der Schematherapie) erreicht werden.

Integrativ:
Einschließend, einbeziehend. In der Psychotherapie bezeichnen integrative Ansätze, Praxismethoden, die über eine übliche Standard-Methode (z. B. die Kognitive Verhaltenstherapie) hinausgehen.


K:

Kognition/kognitiv:
Prozess, der mit dem Wahrnehmen und Erkennen zusammenhängt (Lateinisch cognoscere „erkennen“, „erfahren“ oder „kennenlernen“). Eine Kognition kann ein Gedanke, ein Eindruck, eine Bewertung oder eine Grundeinstellung sein. In der Kognitiven Verhaltenstherapie werden die Zusammenhänge zwischen Denken (sowie Fühlen) und Verhalten beobachtet und verändert.


P:

Plananalyse:

In der Plananalyse werden vom Verhalten ausgehend Hypothesen über mögliche Beweggründe, dahinterstehende Schemata und Grundbedürfnisse aufgestellt. In der Regel wird sie vom Therapeuten oder von der Therapeutin genutzt, um die Patientin oder den Patienten besser zu verstehen und die Behandlung anzupassen. Die Plananalyse kann jedoch auch gemeinsam in der Therapie aufgestellt werden.

Psychotherapie:
Behandlung der Seele (Altgriechisch psyche „Seele“, und therapeia „Behandlung“). Bei der Psychotherapie handelt es sich um psychologische Verfahren zur Heilung oder Linderung von Störungen im psychischen Bereich, in sozialen Beziehungen, im Verhalten oder auch in bestimmten Körperfunktionen.


R:

Ressourcen:
Fähigkeiten, Besitz oder Voraussetzungen, die Ihnen helfen psychisch und/oder körperlich fit zu bleiben. Das können z. B. Hobbies sein, die Ihnen Spaß machen und für Ausgleich sorgen, eine gute Auffassungsgabe, ein stützender Partner/eine stützende Partnerin, ein sicheres Gehalt oder, oder, oder…


S:

Schema:

Ein Muster aus Erinnerungen, Emotionen, Kognitionen und Körperempfindungen, das wir im Laufe unseres Lebens erlernen und unser Verhalten steuern kann. Beispiel: Lea hat gelernt, dass sie sich nur sicher und geborgen in Gesellschaft anderer fühlt. Sie erinnert sich, dass sie als Kind Angst und Herzklopfen im Dunkeln hatte, ihre Mutter dann aber für sie da war. Sie dachte: „Bei anderen bin ich sicher.” Dieses Zusammenspiel ist ein Schema, um ihre Grundbedürfnisse nach Sicherheit, aber auch nach Bindung zu befriedigen.

Schematherapie:

Die Schematherapie ist ein emotions- und erlebnisfokussierendes Verfahren innerhalb der Verhaltenstherapie. Sie ermöglicht es, eine mögliche Verbindung zwischen aktuellen Problemen und ihren eventuellen Ursachen und Entstehungsbedingungen in der Vergangenheit zu finden. Bestimmte erlernte Schemata, die das Verhalten eines Menschen beeinflussen und auf (psychische) Grundbedüfnisse zurückgehen, werden geleitet entdeckt, z. B. durch Imaginationsübungen oder die Plananalyse. Ziel ist es, Aktuelles losgelöst von der Vergangenheit zu betrachten und Grundbedüfnisse auf gesunde Art zu befriedigen. Die Schematherapie findet insbesondere Anwendung bei der Behandlung chronisch erkrankter Patienten mit Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, aber auch bei Essstörungen, Substanzmittelmissbrauch, bei Paarbehandlungen und langjährigen Beziehungsstörungen.

Selbstwirksamkeit:

Selbstwirksamkeit meint die Überzeugung, (schwierige) Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können.

Systemische Therapie:

Das zentrale Konzept der Systemischen Therapie ist es, Probleme nicht als Störung eines einzelnen Menschen zu begreifen, sondern als Folge einer Störung im sozialen Umfeld des einzelnen Menschens – also des Systems. Ein System kann z. B. die Familie sein, aber auch die Schule oder das Arbeitsumfeld. Die Wechselwirkungen zwischen dem Betroffenen oder der Betroffenen und dem Umfeld stehen im Fokus der Systemischen Therapie und werden mittels bestimmter Techniken wie z. B. das Erarbeiten möglicher Funktionen von Symptomen aufgezeigt.


V:

Verhaltenstherapie (VT):
Ein wissenschaftlich anerkanntes und zugelassenes Psychotherapieverfahren, bei dem es darum geht, problematisches Verhalten zu beobachten, zu verstehen und mit Übungen zu verändern. Die VT ist ziel- und gegenwartsorientiert und versteht sich als „Hilfe zur Selbsthilfe“.